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Biedermann und die Brandstifter
Eduard Schynol
Schmitz und Akkermann sind Hausierer. Sie sind abgerissene Hunde. Schonungslos sind sie, offen und rücksichtslos. Sie machen kein Hehl daraus, dass sie die ganze Stadt niederbrennen wollen.
Schauspiel von Max Frisch
Schmitz und Akkermann sind Hausierer. Sie sind abgerissene Hunde. Schonungslos sind sie, offen und rücksichtslos. Sie machen kein Hehl daraus, dass sie die ganze Stadt niederbrennen wollen.
Als die Brandstifter sich ungefragt auf dem Dachboden seines Hauses einnisten, hat Gottlieb Biedermann ihnen nichts entgegen zu setzen. In seiner spießigen Bürgerlichkeit ist für so viel Entschlossenheit kein Platz.
Er hilft ihnen, eine Zündschnur auszumessen. Er wehrt sich nicht, als sie die Benzinfässer in sein Haus bringen. Er gibt ihnen sogar noch die Streichhölzer.

Max Frisch, einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit, feierte 1958 feierte mit „Biedermann und die Brandstifter“ Premiere am Schauspielhaus Zürich. In diesem Stück greift Frisch mit ätzender Ironie spießbürgerlichen Opportunismus an.
Er bezeichnet sein Werk als ein „Lehrstück ohne Lehre“.
Die Tucholsky Bühne verlässt für dieses Stück ihre Winterspielstätte im Theatercafé und zieht in die Bürgerhalle des Rathauses der Stadt Minden.
Das Rathaus ist die Mitte der Stadt, die Bürgerhalle quasi das Wohnzimmer der Bürgerschaft.
Vor knapp achtzig Jahren sind hier schon einmal die Brandstifter eingezogen. Hatten sie damals auch keine Streichhölzer dabei?
Der Ort scheint wie geschaffen für dieses Stück.
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