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Das Vergnügen verrückt zu sein
Regie: Eduard Schynol
Komödie in drei Akten von Eduardo de Filippo - Deutsch von Richard Hey
Gennaro da Sia ist der Anführer einer ziemlich abgerissenen Schauspielertruppe. Dazu gehören noch seine schwangere Geliebte Viola, die Schauspieler Vincenzo, Attilio und dessen Mutter Florence.
Sie sind eingeladen von Don Alberto de Stefano, in irgendeiner Kleinstadt in Süditalien aufzutreten. Untergebracht hat er sie im Hotel Bagnoli, und das ist nicht gerade das erste Haus am Platz.
Die Gage reicht nicht hinten und nicht vorne.
Also waschen und kochen sie in ihren Zimmern, sehr zum Missfallen von Ninetta, einer Mischung aus Kneifzange und Zimmermädchen.
Immerhin ist das Hotel aber noch gut genug, um als Liebesnest für Alberto und seine Bice zu dienen. Seit drei Monaten ist er ihr verfallen. Als sie ihm gesteht, von ihm schwanger zu sein, will er sie heiraten. Aber Bice lässt ihn stehen, geht einfach lachend davon.
Gerade noch rechtzeitig, um nicht Raffaela/o de Mattia zu begegnen.
Diese(r) noble Dame(Herr), gewaschen mit allen Wassern von Neapels Hinterhöfen, hat nach Jahren der „vornehmen” Zurückhaltung beschlossen, dass es nun wohl doch mal an der Zeit sei, sich um ihr(sein) Patenkind Viola zu kümmern. Sie(Er) hat läuten gehört, dass sie schwanger sein soll, und zwar von irgendeinem Schauspieler.
Das zufällige Zusammentreffen von Don Alberto und der Patentante produziert das erste Missverständnis. Am Ende ihres Gespräches glaubt Raffela/o jedenfalls, dass der reiche Alberto ihre Viola heiraten werde. Er hingegen glaubt, sie sei Bices Tante und seiner Heirat stehe nun eigentlich nichts mehr im Wege.
Das Tohuwabohu beginnt, als die Schauspieler für die abendliche Aufführung im Hinterhof des Hotels proben. Gerade als Gennaro drehbuchgemäß Viola umarmt, betritt Raffela/o die Szene. Sie(Er) will nicht sehen, was sie sieht und handelt standesgemäß. D.h. in ihrem(seinem) Falle heftige Prügel für Gennaro, der sein Heil in der Flucht sucht. Leider steht ihm ein großer Topf mit kochendem Nudelwasser im Wege.
Der erste Akt endet für Gennaro mit verbrühten Füßen.
Der zweite Akt führt ihn in die Villa des Arztes Carlo Conte de Tolentano.
Dieser italienische Edelmann hat in einem Anflug von Herzenswärme den leidenden Gennaro in seine Villa bestellt, um dessen Füße zu behandeln. Hinter dem Vorhang des Behandlungszimmers bekommt der Graf den Auftritt des Alberto de Stefano mit. Der hat nämlich die Villa als das Haus entdeckt, in dem seine Bice wohnt.
Assunta, die Mischung aus Schlaftablette und Dienstmädchen führt ihn zu ihrer Herrschaft Signora Matilde Bozzi.
Alberto kommt gleich zur Sache, stellt sich als Bices Geliebter vor und bittet die Signora um die Hand ihrer Tochter. Man kann sich leicht sein Erstaunen vorstellen als er hören muss, Bice sei bereits verheiratet, und zwar mit dem Hausherren und das Kind, das sie erwarte, werde dementsprechend ein zukünftiger kleiner Graf.
Den aktuellen Grafen wiederum hält es nun nicht mehr hinter dem Vorhang. Er stürzt sich sehr italienisch-leidenschaftlich auf den Eindringling. Der wiederum erkennt endlich, wo er ist und was er gerade anstellt.
Es gibt nur einen Ausweg. In einem furiosen Auftritt wird Alberto verrückt, um die Ehre seiner Bice zu schützen. Das gelingt auch, leider auf Kosten seiner eigenen Verhaftung. Er mimt den Verrückten derart perfekt, dass die herbeigerufene Commissaria Lampetti allen Grund hat, ihn festzusetzen. Der Kerl ist allerdings sehr groß und stark.
Gut, dass die Kommissarin zwei Polizistinnen zur Verstärkung mitgebracht hat.
Dritter Akt, Polizeirevier.
Alles soll ja nun doch nicht vorher verraten werden. Nur soviel vielleicht noch. Am Ende wird Della Croix auftreten. Das ist ein transsexueller Opernstar und der Graf de Tolentano steht ziemlich blöd da.
1900 in Neapel geboren, stammt de Filippo aus einer alten Schauspielerfamilie. Mit 16 beginnt er seine Theaterlaufbahn als Komiker, mit 31 gründet er seine eigene Truppe und tourt durch die Provinz. Eine schöne Frau spielt gleichzeitig Lügen und Betrügen mit ihrem Ehemann und mit ihrem Liebhaber. Eine dämliche Schwiegermutter kujoniert ein dümmliches Dienstmädchen und eine mehr als blöde Polizistin versucht die Übersicht zu behalten in dem Spiel von Mundraub und kochendem Nudelwasser, Intrigen und krummen Wegen auf dem Weg zur Gerechtigkeit. Rasant treibt die Geschichte bis zum finalen Balla-Balla.
„Wahres Volkstheater ist immer lustig, auch wenn es ernste Themen behandelt. Die Satire ist die Waffe des Volkes, sie ist der höchste Ausdruck des Zweifels, die wichtigste Hilfe der Vernunft. ...Von allen Theaterformen ist die Komödie die effektivste. Eine Tragödie zielt auf das Herz und auf die Tränen, aber wenn die vergossen sind, ist die Wirkung vorbei. Eine Komödie dagegen funktioniert über das Lachen und das Erkennen, also über den Kopf...”
-Dario Fo
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