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Tucholsky Bühne Theater in Minden
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Tucholsky Bühne Theater in Minden
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Sommer-Komödie - prickelnd wie Prosecco
Premierenbericht / Mindener Tageblatt / 23.06.2011
Tucholsky-Bühne spielt im alten Fort A "Der Diener zweier Herren" von Carlo Goldoni mit leichten Abwandlungen
Minden (pri). Wenn Carlo Goldoni nach Minden kommt und sich ausgerechnet ins Fort A verirrt, kann er schon mal glauben, er sei in Venedig. Grund dafür sind die Aktivitäten der Tucholsky-Bühne, die ihm hier die Vorlage für seine Komödie "Der Diener zweier Herren" serviert.
von Ralf Kapries
Rund zwei Wochen Probenarbeit liegen noch vor dem Ensemble. Man sieht viele alte Gesichter und auch neue Darsteller sind dazu gekommen, Regisseur Eduard Schynol steht - oder besser sitzt - selbst auf der Bühne und mimt gelegentlich den Goldoni. Er teilt sich die Rolle mit Uli Reuter. Viel zu tun hat er dabei nicht, außer wenigen Sätzen beschränkt sich die Goldoni-Rolle nämlich auf Zuschauen und Proseccotrinken.
Das entspricht auch Schynols Auffassung vom Stück: Leicht, sommerlich, erfrischend, prickelnd - wie Prosecco. "Wir machen daraus preusecco", witzelt er.

Der Diener Truffaldino (r. Niklas Schröder) hat Probleme mit seinem Herrn, Floralez Gonzales (Stefan Diekmann), denn er hat seine Sachen mit denen seines zweiten Herrn, Federico Rasponez, vertauscht. | Foto: Ralf Kapries
Noch ein paar kleine Änderungen sind eingebaut. So wird Turin zu Toledo weil die schöne Beatricia, Mariém Sprute, eine Peruanerin ist und perfekt Spanisch spricht. Damit passt ihr Akzent besser zu Toledo, sehr zum Missfallen des Signore Goldoni, der deshalb in seinem Stück Beatricia in Turin wohnen lässt, damit sie wieder ordentliches Italienisch spricht.
Das alles ändert nichts daran, dass Schynol in Rokoko-Kostümen spielen lässt, die ihre ganze Farbenpracht im Kontrast zu den grau-braunen Wänden der alten Festung entfalten. Auf die typischen Masken der Commedia dellArte, auf deren Traditionen Goldonis 1746 in Mailand uraufgeführte Komödie beruht, hat er jedoch verzichtet. Als Rückgriff auf die Klassik mag die Einführung eines "Chores" erscheinen, junge Leute und Kinder, die zum Bühnengeschehen Fragen stellen oder Kommentare abgeben.
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