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Die Nibelungen - Siegfrieds Tod
Regie: Eduard Schynol
Friedrich Hebbel
Die Nibelungen - Siegfrieds Tod
ein deutsches Trauerspiel
für die Tucholsky Bühne
eingerichtet von Eduard Schynol
Siegfried, Sohn des Königs von Holland sucht Abenteuer und findet den Drachen, der den Nibelungenschatz bewacht. Kaum hat er den Drachen im Kampf mit dessen eigenem Schwert Balmung getötet, greift ihn eine unsichtbare Gestalt an - Alberich, der Fürst der Zwerge. Gedeckt durch seine Tarnkappe will er mit der furchtbaren Kraft seiner Arme den jungen Recken erwürgen. Nur weil es Siegfried gelingt, ihm in letzter Sekunde die Tarnkappe vom Kopf zu reißen, entgeht der dem sicheren Tod.

Jetzt scheint Alberichs letztes Stündlein geschlagen zu haben, denn Siegfried ist voller Wut und Rachegelüste. Alberich rettet sich, indem er Siegfried das Geheimnis des Drachenblutes verrät. Wer im Blut des Drachen badet, dessen Haut wird für jede Waffe undurchdringlich sein. Aber Eile tut not, denn der Zauber wirkt nur so lange, wie das Blut des Drachen noch „raucht”.
So gewinnt Siegfried in einem Kampf den Balmung, das magische Schwert des Drachen, den Nibelungenschatz (den hat der Drache nämlich bewacht), die Tarnkappe, und die Unverwundbarkeit. Die hat aber einen Schönheitsfehler, nämlich das Blatt, das eine uralte Linde vor dem blutigen Bad zwischen Siegfrieds Schulterblätter fallen lässt. An dieser Stelle wird kein Tropfen Drachenblut Siegfrieds Haut benetzen!
Dieses Abenteuer lässt Hebbel seinen Siegfried erzählen, als er am Hof des Königs Gunther einzieht. Wir zeigen es als Vorspiel und geben so schon einen deutlichen Fingerzeig auf die Absicht unserer Inzenierung - es wird viel passieren!
Wir sehen dieses uralte deutsche Drama als eine ununterbrochene Folge von Siegen und Niederlagen, von gebrochenen Herzen und nicht eingehaltenen Versprechen, von bedingungslosen Treueschwüren und skrupelosen Betrügereien.
Wir nehmen die Sprache Hebbels sehr ernst und werden die Dichtung nicht neu schreiben.
Aber wir leben im Jahre 2006. Die Hebbelsche Idee der unbedingten Unterwerfung des Individuums unter die Räson seiner Gesellschaft, seiner Herrschaft, seines Anführers ist zu uns gekommen, gefiltert durch das deutsche Trauma der „Nibelungentreue”.
Ein Beispiel sei die Figur des Hagen von Tronje. Es gab Zeiten, da glorifizierte man ihn als das Sinnbild des Ritters, der sein Leben und seine Treue bedingslos dem König schwor.
Man kann ihn aber auch als einen intriganten, mordlüsternden Strippenzieher hinter den Kulissen des Königshofes sehen.
Doch die beste Interpretation des Stückes liefert der Ort. Tief in den Felsen des Wesergebirges, in einer dunklen, kalten Halle ist die Atmosphäre einer mittelalterlichen Burg ohne weiteres Zutun schon da. Wir legen Bretter auf den Boden, um darauf zu spielen und stellen Scheinwerfer auf, damit das Publikum uns sehen kann.
Dieses Stück, dieser Ort und magisches Licht - damit kann man wunderbares Theater machen.



Wenn Sie zu uns kommen, ziehen Sie sich warm an, denn dort unten ist es ganzjährig ca. 10 Grad kalt.
Die Nibelungen
ist eine Gemeinschaftsproduktion des Besucherbergwerkes Kleinenbremen und der Tucholsky Bühne Minden.
Entstanden ist das Nibelungenlied
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