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Tucholsky Bühne Theater in Minden
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Tango
Regie: Rudi Menzel
Eine skurrile Familiengeschichte mit Hintergrund.
Eine Produktion der Tucholsky Bühne
Regie: Rudi Menzel
Personen:
Vater Stomil
Mutter Eleonore
Großmutter Eugenia
Onkel Eugen
Sohn Artur
Kusine Ala
und, ein "Freund des Hauses", Edek.
Die Familie lebt in "Freiheit", d.h. chaotisch, ohne Regeln oder Konventionen.

Großmutter, Onkel und Edek zocken und vertreiben sich die Zeit.
Vater Stomil hat zu tun seinen Status als Avantgardekünstler durch fragliche Theaterexperimente zu verteidigen.
Mutter Eleonore beschäftigt sich mit der schönen Erinnerung an die Zeit, als sie mit Stomil die alten Traditionen zertrümmerte.
Aber das Fehlen aller Normen ist längst zur neuen Norm geworden, der Nonkonformismus hat sich unter der Hand in Konformismus verwandelt.
Sohn Artur steht vor diesem hohlen Trümmerhaufen und fordert Regeln, Ordnung - möglichst eine Weltordnung, um ins Leben, in ein Leben, treten zu können.
Er versucht aus seiner Lage völliger Ohnmacht Herr der Situation zu werden. Unterstützung findet er durch Onkel Eugen, der bis zu diesem Zeitpunkt seine Verbitterung opportunistisch getarnt hat.
Beide schrecken hier vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurück. Als Mittel zum Zweck bietet sich Artur die Kusine Ala, mit deren Hilfe er, durch "eine standesamtliche Hochzeit mit allem drum und dran", die Keimzelle einer neuen Ordnung legen will, die Wiedergeburt der Norm, die die Familie aus der Fassung bringen soll.
Beinahe hat Artur sein Ziel schon erreicht, als er erkennen muß, daß seinem Versuch die eigentliche Idee fehlt. Hinter der Fassade ist es leer, ihm fehlt, wie Stomil, der "logische Imperativ". Was allein bleibt, losgelöst von allen Regeln - und eher zufällig durch den Tod der Großmutter ins Spiel gebracht - ist die Frage der Macht. Er erkennt: "Nur die Herrschaft läßt sich aus dem Nichts schaffen. Die gibt es dann, und wenn sonst nichts wäre.". Allerdings bricht der Machtrausch Arturs in sich zusammen, als Ala ihm eröffnet, daß sie ihn am Morgen mit Edek betrogen hat.
Bevor Artur in seiner Verzweiflung zum Revolver greifen kann, wird er von Edek getötet. Unbeleckt von Intellekt und Skrupeln ergreift dieser nun die Herrschaft, eine Herrschaft, die jeder Legitimation und Konvention entkleidet ist - diese aber auch nicht mehr braucht.
Es reicht, daß die Familie einen Club der Willigen bildet, nicht herumhopst und tut, was gesagt wird. Und selbstverständlich ist Opportunist Eugen bereit mit der Macht Tango zu tanzen.
Dies alles trägt die Zeichen der Tragödie, aber bei Slawomir Mrozek geschieht dies so skurril und beiläufig, daß es eben doch nur zur Farce reicht. Auch er stellt keine neue Ordnung her und erspart uns so einen weiteren Versuch die Welt ins Lot zu bringen Slawomir Mrozek, 1930 bei Krakau geboren, wurde bekannt als Karikaturist, Satiriker, Meister der Kurzgeschichte und Bühnenautor.
1968, nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, beantragte er in Paris politisches Asyl und lebte zeitweilig in Paris, USA, Deutschland und Südamerika. Im Jahr 1996 kehrte er nach Krakau zurück und ist dort schriftstellerisch aktiv. 2006 wurde Slawomir Mrozekmit dem Samuel-Bogumil-Linde-Preis ausgezeichnet.
Sein Stück Tango, erschienen 1964, wird allgemein als sein vollkommenstes und erfolgreichstes Stück angesehen.
Eintrittskarten:
8,00 Euro / 6,00 Euro ermäßigt
hier auf dieser Seite unter "KARTEN ONLINE"
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